Konsum war gestern- Leihen, Verschenken und Helfen ist das neue NORMAL

Warum du deine eigene Leihen, Verschenken und Helfen-Gruppe gründen solltest

Im Januar 2019 habe ich eine WhatsApp Gruppe gegründet.

Mir ging es auf den Keks, ständig alles neu zu kaufen, obwohl es vielleicht Artikel waren, die ich kaum benötige.

  • eine Leiter
  • eine Bohrmaschine
  • eine Nähmaschine
  • Spielzeug, das noch absolut gut war, aber welches meine Kinder nicht mehr begeisterte

Ich las viele Bücher, die danach aber in meinem Regal verstaubten, obwohl der Inhalt so wichtig und unbedingt verbreitenswert war.

Kinderbekleidung, die vollkommen in Ordnung war, türmte sich im Keller und wartete darauf, weiter genutzt zu werden.

Kleiderständer, die ich mir für Flohmärkte angeschafft hatte, standen nun unnütz im Keller herum.

Reisekoffer, die viel Platz wegnahmen und nur einmal im Jahr treue Begleiter für Urlaube waren, ärgerten mich.

Außerdem lebte ich bereits damals sehr nachhaltig und habe in Gesprächen mit Freunden erfahren, dass sie sich dazu ebenfalls mehr Informationen wünschten.

Also habe ich eine Leihen, Verschenken und Hilfe Gruppe gegründet.

Und du kannst das auch. Hier kommen die wichtigsten Informationen dazu.

Dein Netzwerk

Wir alle leben in einer Vielzahl von Netzwerken und kennen unterschiedliche Menschen.

Egal, ob durch

  • Sport
  • Vereine
  • Gassi gehen
  • Kinderfreundschaften
  • Nachbarschaft
  • Ehrenamt

Wir alle sind gut vernetzt, vergessen das aber manchmal.

Die Interessen

Alle Menschen haben unterschiedliche Hobbies und Interessen. Wir leben sehr verschieden und haben andere Geschmäcker. Dies führt dazu, dass keine Wohnung und kein Keller anderen gleicht.

In einem ähneln wir uns jedoch mehr, als wir möchten – viele Dinge verstauben im Keller oder nehmen in der Wohnung unnötigen Platz ein, obwohl sie nur sehr selten genutzt werden.

Aufräumen und sortieren im Keller

Wie oft gehe ich in den Keller, um etwas zu suchen, dass ich irgendwann einmal dort abgelegt habe. In der Hoffnung, es bald wieder zu benötigen. Doch in Wahrheit steht oder liegt dort vieles rum, das wir nur bei der Renovierung, beim Umzug oder bei besonderen Anlässen benötigen. Mein Hochzeitskleid verstaubt dort genauso wie ein Schlauchboot, dass wir bereits seit Jahren nicht mehr hervorgeholt haben.

Wir haben insgesamt 4 Koffer, die wir maximal 1 mal im Jahr hervorholen. Den Rest des Jahres nehmen sie Platz weg, weil sie sich nicht gut ineinander sortieren lassen.

Dein Geldbeutel

Der nächste Punkt, der für Leihen und verschenken spricht, ist das liebe Geld. Die teure Bohrmaschine, die man doch nur 2 mal im Jahr benötigt, findet sich ebenso im Keller wieder wie die teure Kletterausrüstung oder Bekleidung, von der man hofft, irgendwann mal wieder hinein zu passen.

Das ist unnötig und bindet Kapitel, welches wir sehr gut für andere Dinge ausgeben könnten:

  • Ausflüge mit den Kindern
  • hochwertige Lebensmittel
  • Wellness für die ganze Familie
  • weniger Arbeiten

Ganz richtig. Wenn wir es ganz genau nehmen, könnten wir am Ende vielleicht sogar unsere Arbeitszeit reduzieren, wenn wir unseren Alltag so gestalten, dass wir keine Konsumopfer mehr sind. Wäre das nicht fantastisch?

Ein bisschen Minimalismus leben

Unsere Wohnung ist, neben dem Keller, die nächste Baustelle, die ich gerne beseitigen würde. So viele Dinge, die es mir schwer machen, einfach durchzusaugen oder Arbeitsflächen abzuwischen. Ständig wird ein Artikel an einen anderen Platz geräumt, obwohl er nur selten genutzt wird. Wie wäre es, wenn es Menschen in der Nachbarschaft gäbe, die diese Dinge wirklich benötigten und denen ich sie über die Netzwerk-Gruppen schenken könnte? Das wäre eine Win-Win-Situation.

Hilfe leisten

Du suchst einen zuverlässigen Handwerker, Friseur, Arzt? Eine Organisation, die Möbelspenden benötigt?

Du kennst einen Verein, der beispielsweise Kronkorken sammelt für einen guten Zweck und den andere ebenfalls kennen sollten?

Dann ab damit in die Gruppe. Auch, wenn Haustiere oder Menschen aus der Umgebung vermisst werden, ist es eine schnelle Möglichkeit, zu unterstützen.

Wir teilen wichtige Petitionen und Aufrufe von Vereinen aus der Gegend, die oftmals nur Menschen entdecken, die sich viel in sozialen Medien aufhalten. Um das zu Vermeiden, ist diese Gruppe ebenfalls sehr wertvoll.

Deine Regeln

Stelle klare Regeln auf und kommuniziere sie im Gruppenstatus. Schreibe Mitglieder persönlich an, wenn etwas nicht so läuft, wie es vorgesehen ist.

In unserer Gruppe gilt die Regel, dass wir verschenken, leihen und Hilfe bieten. Ein Verkauf von Waren ist nicht gewünscht und sollte vorrangig über andere bekannte Portale wie ebay laufen.

Gesuche sind jederzeit erwünscht. Die anschließende Kommunikation erfolgt per persönlicher Nachricht, damit wir wenig bis keine unnötigen Nachrichten an das gesamte Netzwerk verteilen müssen- das würde nur zusätzlich stressen.

Die Administration

Das Hinzufügen von neuen Gruppenmitgliedern sollte nur von den Admins ermöglicht sein. Damit gewährleistest du, dass nur bekannte Menschen in die Gruppe kommen und so das Vertrauen in hohem Maße aufrecht bleibt.

Aber warum noch ein Netzwerk? Es gibt doch schon nebenan.de, ebay und ebay-kleinanzeigen

Es stimmt. Das Internet ist voller Netzwerke, Gruppen und anderer Portale, die Hilfe bieten. Doch dein eigenes Netzwerk gibt dir etwas, dass du sonst nicht bekommst: Die Sicherheit, dass du dort nur Menschen findest, die sich untereinander kennen und gegenseitig auf die Füße treten, wenn etwas nicht so läuft, wie es vorgesehen ist.

Jede:r hat sein Handy griffbereit. Ein Foto ist schnell gemacht und somit der Artikel auch schnell eingestellt zum Verschenken oder Leihen. Auf einem Internetportal musst du dich anmelden, das Bild hochladen, bestimmte Angaben machen (vorgegeben) und es ist meist eher überregional gehalten.

Deine Netzwerk-Gruppe hingegen ist deutlich effizienter, schneller und vertrauenswürdiger- genau das, was den Unterschied ausmacht.

Fazit:

In der von mir im Januar 2019 gegründeten Gruppe haben wir uns gegenseitig schon viel Hilfe entgegengebracht. Wir vermeiden unnötige Nachrichten, um die Kommunikation auf das Wesentliche zu beschränken. Trotz mittlerweile über 100 Teilnehmern ist es angenehm ruhig- das kenne ich aus anderen Gruppen mit nur 20 Teilnehmern ganz anders. Wir haben verlorene Haustiere wieder gefunden, Artikel vor dem Wegwerfen bewahrt, Bekleidung an gemeinnützige Organisationen gespendet und sicher auch eine Menge Geld gespart. Daher kann ich jeder: jedem, der gut vernetzt ist und besonders nachhaltig leben möchte, nur ans Herz legen, ebenfalls eine solche Gruppe zu gründen und es auszuprobieren. Und wenn es nicht klappt: die Gruppe lässt sich bei WhatsApp ebenso schnell wieder löschen wie sie ins Leben gerufen wurde.

Nachhaltige Grüße

Nicole